Boikenapfel



| Unterlage: | Bittenfelder Sämling |
| Virusprüfung: | 10 / 090 |
| Lieferant: | Baumgartner, Pfarrkirchen |
| Stammbildner: | Maunzenapfel |
Anpflanzung am 09. November 1996 von Theresia Uhl
Der Boikenapfel (oft schlicht als Boiken oder Echter Boikenapfel bezeichnet) ist eine der traditionsreichsten und bewährtesten norddeutschen Winterapfelsorten. Als klassischer Dauer- und Wirtschaftsapfel zeichnet er sich durch seine bemerkenswerte Lagerfähigkeit, eine erfrischende, kräftige Säure und seine große Robustheit aus.
Herkunft & Geschichte
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Die Sorte stammt aus dem Raum Bremen und wurde dort um das Jahr 1828 erstmals schriftlich beschrieben. Dem Volksmund nach soll der Apfel nach einem früheren Deichvoigt namens Boike benannt worden sein, der den ersten Baum entdeckte oder verbreitete.
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Bereits im 19. Jahrhundert wurde der Boikenapfel von bekannten Pomologen wie Johann Georg Conrad Oberdieck hoch gelobt. Im Jahr 1874 nahm ihn der Deutsche Pomologenverein offiziell in seine Empfehlungsliste der 50 besten Obstsorten auf, woraufhin er zu einem echten Standard im deutschen Erwerbs- und Streuobstanbau avancierte.
Baum & Wuchs
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Der Baum wächst mäßig bis kräftig und bildet eine recht hohe, breit gewölbte und lockere Krone aus. Auf einer starkwüchsigen Unterlage entwickelt er sich zu einem stattlichen, langlebigen Hochstamm, der hervorragend in traditionelle Streuobstwiesen passt.
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An den Boden und den Standort stellt der Boikenapfel erfreulich geringe Ansprüche. Er gedeiht auf nahezu allen Bodenarten und zeigt sich von Natur aus sehr frosthart. Allerdings neigt er in nassen, schweren Lagen oder bei ungeeignetem Standort gelegentlich zu Krebs- oder Schorfanfälligkeit.
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Die Blüte setzt erst spät ein und zieht sich über einen längeren Zeitraum hin. Dadurch entgeht der Baum späten Frühlingsfrösten äußerst zuverlässig und dient zudem als hervorragender Pollenspender für andere Apfelsorten.
Frucht & Verwendung
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Aussehen: Die mittelgroßen bis großen Früchte sind breit-kegelförmig bis rundlich gebaut. Die glatte, bei Reife leicht fettige Schale leuchtet in einer charakteristischen grasgrünen bis hellgelben Grundfarbe, die auf der Sonnenseite gelegentlich einen zarten rötlichen Hauch aufweist, begleitet von feinen Schalenpunkten.
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Geschmack: Das schneeweiße bis gelblich-weiße Fruchtfleisch ist anfangs fest, fein und saftig. Geschmacklich dominiert eine sehr erfrischende, weinsäuerliche Note, die von einem angenehmen, würzigen Charakter begleitet wird und ihn zu einem echten Frischekick im Winter macht.
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Reife & Lagerung: Als echter Winterapfel beginnt die Ernte ab Oktober. Die Früchte benötigen nach der Ernte unbedingt eine längere Kellerreife: Ihre optimale Genussreife entfaltet sich von Januar bis in den Mai hinein. Der Boikenapfel gehört zu den absolut haltbarsten Sorten und lässt sich im kühlen Naturlager über Monate hinweg lagern, ohne an Frische zu verlieren.
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Verwendung: Der Boikenapfel ist ein unübertroffener Wirtschafts- und Küchenapfel. Er eignet sich hervorragend zum Backen (da er seine Form gut hält), für feines Apfelmus sowie zum Keltern von charakterstarkem Most. Nach langer Lagerung im Frühjahr wird die Säure milder, sodass er dann auch gerne frisch verzehrt wird.