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Wettringer Taubenapfel

Unterlage: Bittenfelder Sämling
Virusprüfung: 10 / 205
Lieferant: Renzhofer, Kötz

Anpflanzung am 29. April 1995 von Reinhold und Wilma Simon

 


Der Wettringer Taubenapfel (regional oft auch schlicht als Wettringer oder in Teilen Oberbayerns als Vogtareuther Taubenapfel bezeichnet) ist eine charmante und äußerst robuste fränkische Regionalsorte. Sie gehört zur traditionsreichen historischen Gruppe der „Taubenäpfel“ und besticht vor allem durch ihre spitz zulaufende Form, die markant bläulich bereifte Schale sowie eine enorme Widerstandskraft gegenüber Witterung und Krankheiten.

Herkunft & Geschichte

  • Entstehung: Die Sorte hat ihre Wurzeln im fränkischen Raum und entstand vermutlich im späten 19. Jahrhundert in Wettringen bei Rothenburg ob der Tauber als wertvolle Lokalsorte.

  • Einordnung: In der pomologischen Fachliteratur wird sie bisweilen mit älteren Sorten wie dem 1854 von Ed. Lucas beschriebenen „Taubenapfel von St. Louis“ in Verbindung gebracht. Sie hat sich über Jahrzehnte hinweg als verlässlicher Charakterbaum in fränkischen und schwäbischen Streuobstbeständen etabliert.

Baum & Wuchs

  • Wuchsform: Der Baum wächst von Jugend an sehr kräftig und bildet eine hoch gebaute, gerade Krone mit gut verzweigten Ästen aus, die im Alter breiter und leicht überhängend wird. Er entwickelt sich auf einer starkwüchsigen Unterlage zu einem langlebigen, stattlichen Hochstamm.

  • Standort & Robustheit: Der Wettringer Taubenapfel stellt erfreulich geringe Ansprüche an Boden und Klima. Er gedeiht zuverlässig selbst in raueren Höhenlagen und gilt als beispiellos frosthart im Holz sowie in der Blüte. Zudem zeichnet er sich durch eine hohe Wind- und Sturmfestigkeit aus.

  • Blüte: Die mittelfrühe Blüte ist widerstandsfähig und der Baum dient in der Nachbarschaft als exzellenter Pollenspender für zahlreiche andere Apfelsorten.

Frucht & Verwendung

  • Aussehen: Die mittelgroßen bis kleinen Früchte sind ein echter Blickfang: Sie besitzen die typische, spitz zulaufende Taubenapfel-Form mit oft etwas ungleichen Hälften. Die glatte, wachsartige Schale ist grünlich-gelb grundiert, sonnenseits meist ganzflächig karmesinrot verwaschen sowie dunkel gestreift – ein besonderer Clou ist die feine, bläuliche Bereifung (ähnlich wie bei einer Zwetschge).

  • Geschmack: Das grünlich-weiße Fruchtfleisch ist locker bis fest, mittelfeinzellig und mäßig saftig. Geschmacklich bietet er ein erfrischendes, ausgewogenes süß-säuerliches Profil mit einem angenehmen, unaufdringlichen Charakter.

  • Reife & Lagerung: Die Fruchtreife beginnt ab Mitte bis Ende September. Die Genussreife schließt sich von Oktober bis Dezember an. Im kühlen Naturlager hält er sich gut über die ersten Wintermonate und ergänzt sich in der Verwertung hervorragend mit langlebigeren Spätwintersorten.

  • Verwendung: Ein wunderbarer, robuster Tafel- und Wirtschaftsapfel für den frischen Verzehr im Herbst sowie für die häusliche Verarbeitung, zum Backen und für die Saftgewinnung.

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