Malerapfel


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Bittenfelder Sämling |
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10 / 090 |
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Anpflanzung am 09. November 1996 von Anne Ambrosius
Der Malerapfel (in der pomologischen Fachliteratur und vor allem unter seinen zahlreichen historischen Bezeichnungen wie Roter Winterstettiner, Roter Stettiner, Rostocker oder Roter Herrenapfel bekannt) ist eine der geschichtsträchtigsten und urwüchsigsten Apfelsorten Mitteleuropas. Er blickt auf eine jahrhundertealte Tradition zurück und ist wegen seiner enormen Robustheit, der prächtigen Dunklerötung sowie seiner legendären Lagerfähigkeit ein geschätzter Charakterbaum auf traditionellen Streuobstwiesen.
Herkunft & Geschichte
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Ursprung: Die Sorte besitzt eine hochgradig traditionsreiche Historie, die sich schriftlich bis in das 16. Jahrhundert zurückverfolgen lässt (unter anderem erwähnt in historischen Verzeichnissen von 1598). Frühere Quellen und Vermutungen bringen sie mit historischen Verbreitungswegen durch Händler und Reisende in Verbindung; im 18. Jahrhundert war sie unter dem Namen Roter Stettiner in ganz Deutschland und im Ostseeraum stark verbreitet.
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Die vielen Namen: Da sich die Sorte im Laufe der Jahrhunderte in fast jeder deutschen Region großer Beliebtheit erfreute, trug sie je nach Landschaft völlig unterschiedliche Namen – im alemannischen Raum und in Süddeutschland ist sie besonders unter den Begriffen Malerapfel oder Roter Winterstettiner tief verwurzelt. Sie ist beispielsweise auch als stolzes Ausstellungsstück im regionalen Obstbaummuseum in Pfaffenhofen an der Roth vertreten.
Baum & Wuchs
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Wuchsform: Der Malerapfel wächst zu mächtigen, langlebigen Baumriesen mit einer breit ausladenden und stabilen Krone heran. Als Hochstamm auf einer starkwüchsigen Unterlage prägt er das Landschaftsbild traditioneller Streuobstwiesen auf Jahrzehnte hinweg.
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Standort & Robustheit: Die Sorte stellt erfreulich geringe Ansprüche an den Boden und das Klima, gedeiht zuverlässig in mittleren Lagen und erweist sich als beispiellos frosthart. Der Baum zeichnet sich durch eine hohe Widerstandskraft aus, zeigt allerdings in den ersten Jugendjahren einen etwas verhaltenen Ertragsbeginn, der sich im Alter jedoch reichlich auszahlt.
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Blüte: Die Blütezeit ist robust und unempfindlich gegenüber Witterungseinflüssen, wodurch der Baum im Vollertrag verlässliche und reiche Ernten ausbildet.
Frucht & Verwendung
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Aussehen: Die mittelgroßen bis großen Früchte gehören zu den klassischen „Plattäpfeln“: Sie sind flachrund, ebenmäßig bis oft leicht ungleichmäßig gebaut. Die glatte Schale zeigt eine grüne bis gelbliche Grundfarbe, die zur Reifezeit fast vollständig und flächig von einer tiefen, dunklen Rotfärbung verwaschen wird – ein echter optischer Hingucker.
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Geschmack: Das grünlich- bis gelblich-weiße Fruchtfleisch ist von fester Struktur, mäßig saftig und bietet ein angenehm säuerlich-süßes, unaufdringliches Profil, das sich perfekt an verarbeitete Speisen anpasst.
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Reife & Lagerung: Die Baumreife beginnt ab Mitte bis Ende Oktober. Frisch vom Baum ist der Apfel noch recht herb, weshalb er zwingend eine Kellerreife benötigt: Seine eigentliche Genussreife entfaltet er von Dezember bis in den Mai oder Juni hinein. Er gehört zu den absolut lagerfähigsten Dauersorten überhaupt.
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Verwendung: Der Malerapfel ist ein hervorragender und gesuchter Wirtschaftsapfel. Er eignet sich exzellent zum Backen, Kochen und Verarbeiten (da er beim Kochen ähnlich wie ein Boskoop fein zerfällt) und liefert in der historischen Küche einen wertvollen Beitrag zur vitaminreichen Winterernährung.