Himbeerapfel von Holowaus


| Unterlage: | Bittenfelder Sämling |
| Virusprüfung: | 10 / 090 |
| Lieferant: | Baumgartner, Pfarrkirchen |
| Stammbildner: | Weißer Klarapfel |
Anpflanzung am 28. Oktober 1995 von Ursula Krettenauer
Der Himbeerapfel von Holowaus (auf Tschechisch berühmt als Holovouské malinové oder Malinové holovouské, im deutschen Sprachraum auch als Holovouser Malinapfel bezeichnet) ist eine der faszinierendsten und geschmacklich unverwechselbarsten historischen Apfelsorten Mitteleuropas. Er stammt aus Böhmen und verdankt seinen Namen dem unverkennbaren, feinen Himbeeraroma, das den Geschmack dieses traditionsreichen Obstes veredelt.
Herkunft & Geschichte
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Ursprung in Böhmen: Die Sorte hat ihre Wurzeln in dem kleinen böhmischen Ort Holovousy (im heutigen Tschechien, am Fuße des Riesengebirges bzw. im Podchlumí-Gebiet). Ihre Entstehung reicht bis in das späte 18. Jahrhundert zurück, wobei sie im 19. Jahrhundert ihre größte Popularität erlangte.
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Kaiserlicher Ruhm & Literatur: Der Himbeerapfel von Holowaus galt im Habsburgerreich als hochgeschätzte Delikatesse. Der Legende nach soll Kaiser Franz Joseph I. beim Anblick und Genuss dieser Äpfel den berühmten Ausspruch getan haben: „Toto je jablko na můj stůl!“ („Dies ist ein Apfel für meinen Tisch!“). Auch in der tschechischen Literatur – wie etwa in Jaroslav Hašeks berühmtem Werk Die Abenteuer des braven Soldaten Schwejk – wird der „Malináč aus Holovousy“ liebevoll als urtypischer Schatz beschrieben.
Baum & Wuchs
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Wuchsform: Der Baum wächst stark bis sehr stark und bildet mächtige, weit ausladende und langlebige Kronen aus. Als stattlicher Hochstamm auf einer kräftigen Unterlage ist er ein herrlicher Charakterbaum für traditionelle Streuobstwiesen, der jedoch ausreichend Platz im Gelände beansprucht.
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Standort & Robustheit: Der Himbeerapfel von Holowaus bevorzugt nahrhafte, mittelschwere bis schwerere, feuchte Böden und gedeiht besonders gut in etwas höheren, kühleren und luftfeuchten Lagen, in denen er sein volles Aroma entfaltet. Das Holz ist frosthart, allerdings zeigt der Baum eine mittelschwere Anfälligkeit für Schorf auf ungeeigneten Standorten.
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Blüte & Ertrag: Die Blütezeit liegt im mittleren bis späten Bereich. Der Baum liefert regelmäßige, aber in der Menge meist nur mittlere Erträge, die durch das charakteristische Merkmal auffallen, dass die reifen Kerne im Inneren der Frucht beim Schütteln vernehmlich „chraschen“ bzw. rascheln.
Frucht & Verwendung
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Aussehen: Die mittelgroßen bis großen Früchte sind rundlich bis leicht abgeflacht. Die glatte, glänzende Schale leuchtet in einer tiefen, karminsroten bis dunkelvioletten Deckfarbe, die oft von einer zarten, wachsartigen Bereifung überzogen ist. Ein sehr markantes Erkennungszeichen ist ein kleiner, fleischiger Auswuchs in der Stielgrube.
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Geschmack: Das hellgelbe bis zart rötlich gemusterte Fruchtfleisch ist feinzellig, zart und sehr saftig. Geschmacklich bietet er ein wunderbar süß-säuerliches, harmonisches Profil, das von einer unverwechselbaren, feinen Himbeer-Note (und einem Hauch von Rose) gekrönt wird.
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Reife & Lagerung: Die Ernte erfolgt im frühen Herbst (meist Anfang bis Mitte Oktober). Die Genussreife schließt sich von November bis Februar an. Im kühlen Naturlager hält er sich gut über die Wintermonate, ohne sein feines Aroma einzubüßen.
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Verwendung: Der Himbeerapfel von Holowaus ist ein exquisiter Tafelapfel für den frischen Genuss, der durch seine Himbeernote jeden Obstliebhaber begeistert. Darüber hinaus eignet er sich hervorragend zum Backen, für feine Desserts sowie für die Saft- und Mostgewinnung.