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Gehrers Rambur

Unterlage: Sämling
Virusprüfung: 13 / 071
Lieferant: Scheerer, Albeck

Anpflanzung am 03. Mai 1995 von Bernhard Krumbacher

Nachpflanzung am 28. Oktober 1995

 

Der Gehrers Rambur (oft auch in der Schreibweise Gehrers Rambour bekannt) ist eine traditionsreiche, historisch bedeutende regionale Apfelsorte aus Württemberg. Als klassischer Wirtschaftsuntersatz und hervorragender Mostapfel zeichnet er sich durch seine große Robustheit, frostharte Eigenschaften und eine beachtliche Saftigkeit aus.

Herkunft & Geschichte

  • Entdeckung: Die Sorte entstand im Jahr 1885 als Zufallssämling in Göppingen-Jebenhausen (Baden-Württemberg) im Obstgarten des Kammersängers Sontheimer.

  • Namensgebung: Benannt wurde die Sorte schließlich nach dem späteren Grundstückseigentümer Heinrich Gehrer. Sie reiht sich damit nahtlos in die Riege klassischer süddeutscher Lokalsorten ein, die im 19. Jahrhundert in den Streuobstbeständen entdeckt und weiterverbreitet wurden.

Baum & Wuchs

  • Wuchsform: Der Baum wächst in der Jugend mittelstark bis kräftig und bildet eine hochpyramidale bis breit ausladende Krone mit charakteristisch hängenden Fruchtästen aus. Er entwickelt sich auf einer starkwüchsigen Unterlage zu einem langlebigen, stattlichen Hochstamm für die Streuobstwiese.

  • Standort & Robustheit: Gehrers Rambur stellt nur geringe Ansprüche an den Boden und das Klima. Dank seiner hervorragenden Winterfrosthärte und der wenig frostempfindlichen Blüte gedeiht er auch in raueren, höheren Lagen zuverlässig und trotzt widrigen Witterungsbedingungen.

  • Blüte & Ertrag: Die Blütezeit liegt im mittelfrüh bis späten Bereich mit einer lang anhaltenden Blühphase. Der Baum liefert regelmäßige, sehr reiche Ernten und erweist sich im extensiven Anbau als extrem genügsam.

Frucht & Verwendung

  • Aussehen: Die Früchte fallen mittelgroß bis groß aus und sind rundlich bis leicht abgeflacht geformt. Die Schale zeigt eine grüne bis gelblich-grüne Grundfarbe, die bei starker Sonneneinstrahlung von einer attraktiven braunroten bis marmorierten Deckfarbe überzogen wird.

  • Geschmack: Das grünlich-weiße Fruchtfleisch ist fest, äußerst saftig und besitzt von Natur aus ein kräftiges, erfrischend säuerliches (gelegentlich bei guter Reife leicht süßlich-säuerliches) Aroma.

  • Reife & Lagerung: Die Pflückreife beginnt ab Mitte bis Ende Oktober. Die Äpfel können nach der Ernte gut für die zeitnahe Verwertung genutzt werden oder halten sich bis in den frühen Winter hinein.

  • Verwendung: Aufgrund seines hohen Säuregehalts und der enormen Saftmenge ist Gehrers Rambur in erster Linie ein exzellenter und geschätzter Most- und Wirtschaftsapfel, der sich hervorragend zum Keltern von Saft, für Mus sowie zum Backen eignet.

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