Gelber Edelapfel



| Unterlage: | Bittenfelder Sämling |
| Virusprüfung: | 10 / 090 |
| Lieferant: | Kutter, Memmingen |
Anpflanzung am 28. Oktober 1995 von Dr. Klaus Fett
Nachpflanzung am 10. April 2003
Übernahme von Hans Birk am 28. März 2009
Der Gelbe Edelapfel (international und in der Fachliteratur sehr bekannt als Golden Noble, regional auch unter charakteristischen Synonymen wie Glasapfel, Scheibenapfel, Wachsapfel oder Zitronenapfel geführt) ist eine traditionsreiche und geschätzte historische Apfelsorte. Sie zeichnet sich durch ihre leuchtend zitronengelbe Optik, einen beachtlichen Vitamin-C-Gehalt sowie hervorragende Kocheigenschaften aus.
Herkunft & Geschichte
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Entdeckung: Die Sorte entstand um das Jahr 1800 als Zufallssämling in einem alten Obstgarten in Downham in der englischen Grafschaft Norfolk, entdeckt durch P. Flanagan.
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Verbreitung & Auszeichnungen: Um 1820 wurde der Apfel von der Londoner Gartenbaugesellschaft und im Jahr 1874 vom Deutschen Pomologen-Verein offiziell zum Anbau empfohlen, wodurch er im 19. und frühen 20. Jahrhundert in ganz Europa weite Verbreitung fand. Im Jahr 2004 wurde der Gelbe Edelapfel vom Verband der Gartenbauvereine Saarland-Pfalz zur „Streuobstsorte des Jahres“ gewählt.
Baum & Wuchs
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Wuchsform: Der Baum zeigt von Jugend an einen sehr starken, aufrechten Wuchs mit langen Trieben und bildet im Alter große, breitkugelige Kronen mit fast waagerechten Ästen aus. Er kann bei zusagendem Standort sehr alt werden und neigt kaum zur Vergreisung.
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Standort & Robustheit: Der Gelbe Edelapfel stellt keine besonderen Ansprüche an den Boden, bevorzugt jedoch tiefgründige, nicht zu trockene Böden (auf sehr trockenen Standorten kann es zu vorzeitigem Fruchtfall kommen). Das Holz ist im Winter gut frostfest. Aufgrund seiner langen Triebe eignet sich die Sorte weniger für Formobst, ist dafür aber ein hervorragender Kandidat für ausgedehnte Streuobstwiesen.
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Blüte & Ertrag: Die Blüte setzt spät ein, ist langanhaltend und sehr widerstandsfähig gegen Witterungseinflüsse. Der Baum liefert regelmäßige und hohe Erträge, da er diploid und ein exzellenter Pollenspender ist.
Frucht & Verwendung
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Aussehen: Die mittelgroßen bis großen Früchte sind ebenmäßig breitrund bis leicht flachrund geformt. Die glatte, dünne Schale leuchtet in einer markanten zitronengelben Grundfarbe (die dem Namen alle Ehre macht), die sonnenseits gelegentlich zart rötlich angehaucht sein kann; die Stielgrube zeigt oft eine feine, bronzefarbene Berostung.
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Geschmack: Das hellgelbe bis gelblich-weiße Fruchtfleisch ist mittelfest, saftig und bietet einen kräftig weinsäuerlichen bis sauren Geschmack mit einem zarten, erfrischenden Aroma. Er besitzt einen auffallend hohen Vitamin-C-Gehalt und nur sehr geringe Zuckerwerte.
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Reife & Lagerung: Die Pflückreife beginnt ab September (meist Anfang bis Mitte September). Die Früchte sind sofort genussreif und halten sich im kühlen Naturlager zuverlässig bis Januar (im Kühllager sogar bis März).
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Verwendung: Aufgrund seiner kräftigen Säure wird der Gelbe Edelapfel im direkten Frischverzehr eher eingeschränkt geschätzt, gilt jedoch als einer der allerbesten und begehrtesten Back- und Wirtschaftsäpfel Deutschlands (bleibt beim Kochen schön weiß und formstabil) sowie als wertvolle Sorte für Saft, Most und Kompott.