Weißer Winterglockenapfel



| Unterlage: | Bittenfelder Sämling | |
| Lieferant: | Oeffner, Laupheim |
Gärtnerei Oeffner Anna-von-Freyberg-Str. 8 Telefon: (07392) 3495, Fax: (07392) 93323 |
Anpflanzung am 28. Oktober 1995 von Verena und Philipp Reitzle
Der Weiße Winterglockenapfel (meist schlicht als Glockenapfel oder auch als Schweizer Glockenapfel bekannt) ist eine klassische und aufgrund ihrer namensgebenden Form unverwechselbare historische Winterapfelsorte. Er besticht durch seine enorme Lagerfähigkeit und seine erfrischende Säure, was ihn zu einem wertvollen Dauerapfel für die kalte Jahreszeit macht.
Herkunft & Geschichte
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Die genauen Ursprünge der Sorte lassen sich heute nicht mehr zweifelsfrei klären, sie stammt aber sehr wahrscheinlich aus der Schweiz oder dem süddeutschen Raum, wo sie bereits im 18. oder frühen 19. Jahrhundert kultiviert wurde.
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Aufgrund seiner hervorragenden Haltbarkeit und der guten Transporteigenschaften erlangte der Glockenapfel große wirtschaftliche Bedeutung. Er war lange Zeit eine der bestimmenden Sorten im traditionellen Streuobstanbau, aber auch im kommerziellen Obstbau in Gebieten wie der Bodenseeregion oder dem Alten Land bei Hamburg.
Baum & Wuchs
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Der Baum wächst in der Jugend mittelstark, später jedoch eher schwach. Sehr charakteristisch sind die langen, dünnen und stark überhängenden Fruchttriebe, die dem Baum im Alter eine fast schon weidenartige Wuchsform (Trauerform) verleihen. Ein regelmäßiger, kräftiger Schnitt ist daher unerlässlich, um das Fruchtholz zu verjüngen.
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An den Standort stellt der Glockenapfel recht hohe Ansprüche: Er benötigt nährstoffreiche, tiefgründige und ausreichend feuchte Böden in warmen, gut durchlüfteten Lagen. In nasskalten oder geschlossenen Tallagen ist er sehr anfällig für Apfelschorf, Obstbaumkrebs und Mehltau.
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Die Blütezeit ist mittelfrüh bis mittelspät. Der Baum trägt in der Regel früh, regelmäßig und bei guten Bedingungen auch sehr reich.
Frucht & Verwendung
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Aussehen: Die mittelgroßen Früchte sind in ihrer Form namensgebend: Sie sind hochgebaut, oft bauchig und verjüngen sich zum Kelch hin, sodass sie an eine Glocke erinnern. Die glatte, feine Schale hat eine grüngelbe Grundfarbe, die bei voller Reife in ein helles Zitronen- bis Weißgelb übergeht. Die Sonnenseite weist gelegentlich einen zarten, rötlichen Hauch auf.
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Geschmack: Das grünlich- bis gelblich-weiße Fruchtfleisch ist fest, dicht und sehr knackig. Geschmacklich dominiert eine erfrischende, weinige Säure bei wenig Zucker, gepaart mit einem dezenten, aber angenehmen Aroma.
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Reife & Lagerung: Als extremer Winterapfel wird er sehr spät (Ende Oktober bis Anfang November) geerntet. Er benötigt unbedingt eine Nachreife im Naturlager, um seine volle Genussreife ab Dezember oder Januar zu erreichen. Der große Vorteil: Bei kühler Lagerung hält sich der Apfel völlig problemlos und ohne zu schrumpfen bis Mai oder sogar Juni des Folgejahres.
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Verwendung: Nach ausreichender Lagerung ist er ein erfrischender, säurebetonter Tafelapfel für den späten Winter und das Frühjahr. Seine eigentliche Stärke spielt er jedoch in der Küche aus: Er ist ein herausragender Back- und Kochapfel, da seine Stücke wunderbar formstabil bleiben – perfekt für Apfelstrudel, Kuchenböden oder Kompott.