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Martens Gravensteiner

Unterlage: Bittenfelder Sämling
Virusprüfung: 10 / 234
Lieferant: Kutter, Memmingen

Anpflanzung am 28. Oktober 1995 von Brigitte Leistner

Übernahme am 28.März 2009 von Karl, Regina, Lena, Lars und Linus Gaissmaier

Übernahme am 18.April 2011 von Monika und Hanspeter Löffler

Übernahme am 02.05.2013 von Tobias Simon

 


Der Martens Gravensteiner (oft auch als Martens Sämling, Peter Martens oder Juwel aus Kirchwerder bekannt) ist eine wertvolle und besonders aromatische historische Herbstapfelsorte aus Norddeutschland. Er gilt als echter Liebhaberapfel, der die hervorragenden geschmacklichen Eigenschaften des bekannten Gravensteiners in sich trägt und im Jahr 2010 in Norddeutschland völlig zu Recht zur „Streuobstsorte des Jahres“ gekürt wurde.

Herkunft & Geschichte

  • Die Sorte entstand zu Beginn des 20. Jahrhunderts (etwa um 1920) als reiner Zufallssämling in den Hamburger Elbmarschen. Entdeckt wurde sie von dem Landwirt Peter Martens auf seinem Hof in Kirchwerder, einem ländlich geprägten Teil der Vierlande, worauf auch die zahlreichen Synonyme der Sorte zurückgehen.

  • Man geht heute stark davon aus, dass es sich um einen direkten Sämling des klassischen Gravensteiners handelt. Aufgrund seiner großen Robustheit und des exzellenten Geschmacks erlebte der Apfel rasch eine weite Verbreitung, besonders im norddeutschen Raum, wo er bis heute ein wertvoller Bestandteil historischer Streuobstbestände ist.

Baum & Wuchs

  • Der Baum zeichnet sich durch einen sehr kräftigen, starken Wuchs aus und bildet zügig eine große, breit ausladende und eher lockere Krone. Dadurch ist er ein exzellenter und langlebiger Hochstamm für traditionelle Streuobstwiesen, der das Landschaftsbild maßgeblich prägen kann, allerdings auch ausreichend Platz benötigt.

  • An den Standort stellt er spezifische Ansprüche: Er bevorzugt nährstoffreiche, tiefgründige und ausreichend feuchte (gerne lehmige) Böden und kommt naturgemäß besonders gut mit einem etwas milderen, feuchteren Klima zurecht. Unter diesen Bedingungen ist das Holz sehr widerstandsfähig und gesund.

  • Die eher frühe Blüte ist erstaunlich unempfindlich gegen kühle Witterung und Wind. Der Baum gilt insgesamt als sehr robust und ertragssicher, ist als Befruchter aber auf andere Sorten (wie etwa die Goldparmäne) in der direkten Umgebung angewiesen.

Frucht & Verwendung

  • Aussehen: Die mittelgroßen bis großen Früchte sind meist rundlich und leicht abgeflacht. Die glatte Schale zeigt eine grünlich-gelbe Grundfarbe, die jedoch auf der Sonnenseite fast vollständig von einer wunderschönen, intensiv dunkelkarminroten Marmorierung und Streifung überzogen ist. Auffällig sind zudem die vielen kleinen, hellen Schalenpunkte.

  • Geschmack: Das cremeweiße Fruchtfleisch ist anfangs sehr knackig, saftig und erfrischend. Geschmacklich erinnert er deutlich an sein berühmtes Erbe: Er bietet ein herausragendes, süß-säuerliches Aroma mit einer edlen Würze. Ein großer Pluspunkt: Durch den hohen Polyphenolgehalt wird diese Sorte erfahrungsgemäß von vielen Apfelallergikern sehr gut vertragen.

  • Reife & Lagerung: Als klassischer Herbstapfel beginnt die Ernte bereits ab Anfang bis Mitte September. Die Äpfel sind direkt baumfrisch genussreif und dann ein echtes Erlebnis. Für eine lange Überwinterung sind sie jedoch nicht gemacht; im kühlen Naturlager halten sie sich maximal bis November oder Dezember.

  • Verwendung: Der Martens Gravensteiner ist in allererster Linie ein herausragender Tafelapfel für den frischen Herbstverzehr direkt vom Baum. Aufgrund seines wunderbaren Aromas und der tollen Saftigkeit lässt er sich aber auch exzellent zu Kompott, feiner Marmelade oder sehr hochwertigem Süßmost verarbeiten.

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