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Geflammter Kardinal

Unterlage: Bittenfelder Sämling
Virusprüfung: 10 / 090
Lieferant: Kutter Memmingen
Stammbildner: Maunzenapfel

Anpflanzung am 09. November 1996 von Pfarrer Georg Egger (Neupflanzung 2025)

Übernahme am 01. Oktober 2004 durch Andreas Lieder

Neupflanzung 2025, übernommen durch Ursula Oßwald

Hier ist eine kompakte Zusammenfassung aller wichtigen Informationen zum Geflammten Kardinal auf einen Blick:
 

Synonyme:

Bischofsmütze, Falscher Gravensteiner, Pleissener Sommerrambour, Großer Schlotterapfel, Kaiserapfel, Strudelapfel (in Österreich)

1. Historie und Profil

  • Herkunft: Eine sehr alte, extrem robuste Herbst- und Winterapfelsorte, die vermutlich im 18. Jahrhundert in Norddeutschland entstanden ist.
  • Aussehen: Die mittelgroßen bis großen, oft leicht unregelmäßig geformten Äpfel haben eine grüngelbe Grundfarbe, die auffällig hell- bis karminrot gestreift ("geflammt") ist.
  • Geschmack: Das Fruchtfleisch ist anfangs knackig und wird später mürbe. Er ist stark säurebetont und erfrischend, besitzt aber wenig eigene Süße und ist daher kein klassischer Tafelapfel für den Rohverzehr.

2. Anbau und Pflege

  • Baum: Er wächst extrem stark und bildet mächtige, ausladende Kronen. Er ist sehr anspruchslos, liefert zuverlässig hohe Erträge und eignet sich perfekt für den Anbau als langlebiger Hochstamm auf der Streuobstwiese.
  • Befruchtung: Da er selbst ein schlechter Pollenspender ist, benötigt er zwingend passende Nachbarn. Bewährte Befruchtersorten sind unter anderem die Goldparmäne, Baumanns Renette, Apfel von Croncels oder die Landsberger Renette.

3. Ernte und Lagerung

  • Zeiten: Die Pflückreife beginnt ab Mitte bis Ende September. Genussreif ist der Apfel ab Oktober.
  • Haltbarkeit: In einem guten, kühlen Naturlager halten sich die Äpfel problemlos bis in den späten Winter (Januar/Februar).

4. Verwendung (Wirtschaftsapfel)

Seine wahren Stärken spielt der Geflammte Kardinal bei der Verarbeitung aus:

  • Küche: Durch seine feste Konsistenz beim Erhitzen und die kräftige Säure ist er ein exzellenter Backapfel (in Österreich traditionell als „Strudelapfel“ geschätzt).
  • Keltern und Brennen: Der hohe Saft- und Säuregehalt in Kombination mit den großen Erntemengen macht ihn ideal für die Saft- und Mostherstellung. Damit ist er auch ein erstklassiger Kandidat für gemeinschaftliche Ernteaktionen rund um das Obstbaummuseum und liefert charakterstarkes Ausgangsmaterial, wenn für den nächsten Obstler in der Brennerei Schenk eingemaischt wird.

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