Königlicher Kurzstiel


| Unterlage: | Bittenfelder Sämling |
| Virusprüfung: | D-BY 01-131115 |
| Lieferant: | Brenninger, Steinkirchen |
Anpflanzung am 09. November 1996 von Siegfried Meßmer
Der Königliche Kurzstiel (historisch und international oft auch als Court Pendu Plat, Roter Kurzstiel oder wegen seiner späten Blüte als Wise Apple bekannt) ist eine der ältesten heute noch kultivierten Apfelsorten Europas. Er ist ein exzellenter, würziger Winterapfel, der sich durch seine sehr flachen Früchte und eine bemerkenswert späte Blütezeit auszeichnet.
Herkunft & Geschichte
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Die genauen Ursprünge dieser uralten Sorte verlieren sich in der Geschichte, sie stammt aber sehr wahrscheinlich aus Frankreich oder den Niederlanden. Urkundlich erwähnt wurde sie nachweislich bereits im Jahr 1565 im Zusammenhang mit dem herzoglichen Lustgarten in Stuttgart, einige Quellen vermuten ihre Wurzeln sogar schon im 13. Jahrhundert.
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Aufgrund seiner hervorragenden Fruchtqualität und der guten Lagerfähigkeit war der Königliche Kurzstiel über Jahrhunderte in ganz Mitteleuropa stark verbreitet. 1857 wurde er vom Deutschen Pomologenverein offiziell zum allgemeinen Anbau empfohlen und ist heute ein wertvolles, lebendiges Kulturgut auf alten Streuobstwiesen.
Baum & Wuchs
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Im Gegensatz zu vielen anderen historischen Sorten wächst der Baum eher schwach bis maximal mittelstark und bildet eine verhältnismäßig kleine, flachkugelige Krone aus. Um einer Vergreisung vorzubeugen und ein Verkümmern der Fruchtgröße zu verhindern, benötigt das Fruchtholz einen regelmäßigen, aufmerksamen Erhaltungsschnitt.
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Ein herausragendes Merkmal dieser Sorte ist ihre extrem späte Blüte. Sie öffnet ihre Blüten oft erst Wochen nach den meisten anderen Apfelsorten, wodurch sie gefürchteten Spätfrösten im Frühjahr sicher entgeht (daher auch das englische Synonym „Wise Apple“ – der weise Apfel).
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Der Baum gilt als robust und wenig anfällig für Krankheiten, verlangt aber einen guten, nicht zu trockenen Boden, um seine Früchte optimal auszubilden.
Frucht & Verwendung
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Aussehen: Die namensgebenden Merkmale sind unverkennbar: Die kleinen bis mittelgroßen Früchte sind stark abgeflacht (flachrund) und sitzen an einem extrem kurzen, oft knubbeligen Stiel, wodurch sie dicht an den Zweig gepresst wirken. Die raue, grüngelbe Schale ist auf der Sonnenseite fast vollständig von einem dunklen, matten Rot oder einer braunroten Marmorierung überzogen, oft gepaart mit feiner Berostung.
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Geschmack: Das gelbliche Fruchtfleisch ist fest, knackig und eher mäßig saftig. Geschmacklich ist der Königliche Kurzstiel ein absolutes Highlight: Er bietet eine harmonische, frische Säure gepaart mit einem hohen Zuckergehalt und einem kräftigen, edel-würzigen Renettenaroma. Da es sich um eine sehr alte Sorte handelt, gilt er zudem als besonders gut bekömmlich.
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Reife & Lagerung: Als extremer Winterapfel wird er erst sehr spät, meist von Mitte bis Ende Oktober, geerntet (aufgrund des kurzen Stiels drücken sich die Äpfel teils selbst vom Ast ab). Die Früchte benötigen dann zwingend eine längere Nachreife im Keller: Die eigentliche Genussreife erstreckt sich von Dezember bis in den April oder Mai. Um ein starkes Welken (Schrumpfen der Schale) zu verhindern, muss das Naturlager zwingend eine hohe Luftfeuchtigkeit aufweisen.
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Verwendung: Der Königliche Kurzstiel ist ein klassischer, vorzüglicher Tafelapfel für den Direktverzehr im tiefen Winter und Frühjahr. Wegen seines festen, aromatischen Fleisches eignet er sich zudem ganz hervorragend als edler Dörrapfel oder für die gehobene Küche.