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Hauxapfel

Unterlage: Bittenfelder Sämling
Lieferant: Scheel, Burtenbach

Anpflanzung am 28. Oktober 1995 von Heike und Sebastian Greiner

Übernahme am 25.01.2005 durchSebastian Greiner

 


Der Hauxapfel ist eine vergleichsweise junge, aber ungemein geschätzte regionale Apfelsorte aus dem süddeutschen Raum. Er gilt als einer der robustesten und ertragreichsten Wirtschaftsäpfel überhaupt und ist dank seiner großen, saftigen Früchte ein absoluter Favorit für die Saftherstellung auf traditionellen Streuobstwiesen.

Herkunft & Geschichte

  • Die Sorte entstand erst um das Jahr 1920 als reiner Zufallssämling in Baden-Württemberg. Entdeckt wurde sie in der Baumschule des Baumwarts Andreas Haux in Göppingen-Jebenhausen, dem der Apfel auch seinen Namen verdankt.

  • Pomologen gehen heute stark davon aus, dass es sich bei der Muttersorte um den bekannten Roten Trierer Weinapfel handelt. Aufgrund seiner absoluten Anspruchslosigkeit und der fantastischen Erträge verbreitete sich der Hauxapfel schnell in ganz Süddeutschland und ist auch ein fester Bestandteil vieler regionaler Streuobst-Initiativen zur Bewahrung alter Sorten (wie etwa auf der „Obstlerwiese“ in Pfaffenhofen an der Roth).

Baum & Wuchs

  • Der Baum ist ein echtes Wuchswunder: Er wächst besonders in der Jugend extrem stark, mit oft meterlangen, steil aufragenden Leitästen. Später bildet er eine große, hochgewölbte und breitkugelige Krone aus. Auf der Streuobstwiese benötigt ein Hauxapfel-Hochstamm entsprechend viel Platz, belohnt dafür aber mit einem imposanten Anblick.

  • An den Standort stellt die Sorte praktisch überhaupt keine Ansprüche. Der Baum ist extrem robust, das Holz gilt als sehr frosthart, und er gedeiht selbst in rauen, ungemütlichen oder höheren Lagen völlig problemlos. Er ist sehr widerstandsfähig gegen die typischen Obstbaumkrankheiten.

  • Die Blütezeit ist mittelfrüh. Ist der Baum erst einmal im Ertragsalter, liefert er überaus reiche, regelmäßige Ernten und zeigt erfreulicherweise fast keine Alternanz (jährlich stark schwankende Erträge).

Frucht & Verwendung

  • Aussehen: Die Früchte sind groß bis sehr groß, meist rundlich abgeflacht und oftmals etwas unregelmäßig oder leicht kantig gebaut. Die glatte, auffällig rostfreie Schale hat eine gras- bis grüngelbe Grundfarbe, die auf der Sonnenseite von einer schönen, orangeroten bis dunkelroten Streifung und Marmorierung überzogen ist. Typisch sind auch die feinen, hellen Schalenpunkte.

  • Geschmack: Das weiße, etwas grobzellige Fruchtfleisch ist anfangs fest und ungemein saftig. Geschmacklich dominiert beim Hauxapfel ganz klar eine kräftige, erfrischende Säure gepaart mit einem feinen, fruchtigen Aroma, während der Zuckergehalt eher im Hintergrund bleibt.

  • Reife & Lagerung: Als robuster Herbst- bis Winterapfel wird der Hauxapfel zumeist ab Mitte bis Ende Oktober geerntet. Er kann nach einer kurzen Nachreife ab November verwendet werden. Bei guter, kühler Lagerung hält sich die Sorte problemlos bis in den März hinein, wird auf dem Lager mit der Zeit jedoch mürbe.

  • Verwendung: Der Hauxapfel ist ein Wirtschaftsapfel der absoluten Spitzenklasse. Durch seine extrem hohe Saftausbeute und die kräftige Säure ist er ein unübertroffener Mostapfel. Ebenso hervorragend eignet er sich als formstabiler Backapfel für Kuchen oder zur Herstellung von fruchtigem Apfelessig. Für den reinen Frischverzehr wird er meist nur von echten Liebhabern säurebetonter Äpfel geschätzt.

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