Krügers Dickstiel


| Unterlage: | Bittenfelder Sämling |
| Virusprüfung: | 13 / 071 |
| Lieferant: | Scheerer, Albeck |
Anpflanzung am 20. Oktober 1995 von Barbara und Siegfried Vogler†
Übernahme am 25. Januar 2005 durch Michael Pintleger
Der Krügers Dickstiel (in weiten Teilen Norddeutschlands auch als Celler Dickstiel, Woltmanns Renette oder wegen seiner bunten Färbung liebevoll als Farbenschachtel bekannt) ist eine herausragende historische Apfelsorte. Er besticht durch seinen fein-würzigen Geschmack und seine Anspruchslosigkeit auf leichteren Böden, was ihn zu einer überaus geschätzten Liebhabersorte für naturnahe Hausgärten und traditionelle Streuobstwiesen macht.
Herkunft & Geschichte
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Die genaue Abstammung ist heute nicht mehr zweifelsfrei geklärt, man geht jedoch stark davon aus, dass die Sorte kurz vor 1850 in Mecklenburg als Zufallssämling entstand.
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Von dort aus fand der Apfel (teilweise über historische Baumschulen in Celle, was das Synonym Celler Dickstiel erklärt) rasante Verbreitung im gesamten norddeutschen Raum und darüber hinaus. Aufgrund seiner Qualitäten für die bäuerliche Selbstversorgung war er sehr beliebt. Im Jahr 2002 wurde er in Norddeutschland hochverdient zur „Streuobstsorte des Jahres“ gewählt, um seine Qualitäten wieder bekannter zu machen.
Baum & Wuchs
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Der Baum wächst in der Jugend zunächst sehr kräftig und bildet später eine mittelgroße, breitpyramidale bis flach ausgebreitete, buschige Krone aus. Um als mächtiger Hochstamm auf der Streuobstwiese zu bestehen, muss er auf einer starkwüchsigen Unterlage veredelt werden.
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Er gilt als enorm winterhart im Holz und insgesamt als sehr robust. An den Boden stellt er jedoch eine spezifische Bedingung: Er bevorzugt leichtere, gut durchlüftete (sandig-lehmige) Böden. Auf sehr schweren, nassen und stark tonhaltigen Böden gedeiht der Krügers Dickstiel hingegen nicht gut und neigt dann zu Krankheiten wie Obstbaumkrebs.
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Ein großer Vorteil für spätfrostgefährdete Lagen ist die sehr späte Blütezeit. Die auffällig schönen, hellrosa Blüten entgehen späten Kälteeinbrüchen im Frühjahr sehr zuverlässig. Der Baum gilt als guter und regelmäßiger Träger, benötigt aber geeignete Pollenspender in der Umgebung.
Frucht & Verwendung
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Aussehen: Die mittelgroßen Früchte sind optisch ein absoluter Hingucker. Die Schale hat eine grüngelbe Grundfarbe, die auf der Sonnenseite oftmals fast vollständig von einer kräftigen, rot bis orangerot geflammten Deckfarbe überzogen ist. Typisch ist der namensgebende, sehr kurze, dicke Stiel, der oft in einer feinen, sternförmig berosteten Stielgrube sitzt.
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Geschmack: Das schneeweiße Fruchtfleisch ist anfangs sehr fest und knackig. Geschmacklich wird der Krügers Dickstiel von Kennern oft zu den feinsten Sorten überhaupt gezählt: Er bietet ein erfrischend süß-säuerliches Profil mit einem herausragenden, blumig-würzigen Renetten-Aroma.
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Reife & Lagerung: Als klassischer Winterapfel wird er erst im Laufe des Oktobers geerntet. Die Früchte benötigen nach der Ernte unbedingt eine Lagerzeit, um ihre Struktur zu verfeinern und Säure abzubauen. Die optimale Genussreife erstreckt sich von Dezember bis in den Februar oder sogar März hinein. Im kühlen Naturlager halten sich die Äpfel hervorragend.
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Verwendung: Dank seines exzellenten, vielschichtigen Aromas ist er ein Tafelapfel der absoluten Spitzenklasse für den winterlichen Frischverzehr. Ebenso macht er durch sein festes, weißes Fleisch beim Backen, Kochen oder Entsaften eine wunderbare Figur.