Stuttgarter Geißhirtle


| Unterlage: | Kirchensaller Mostbirne |
| Virusprüfung: | 13071 |
| Lieferant: | Scheerer, Albeck |
| Stammbildner: | Augustbirne |
Anpflanzung am 28. Oktober 1995 von Gerhard Heinevetter
Nachpflanzung am 25. Oktober 1997 Nachpflanzung und Übernahme am 27.03.2010 von Franz und Karin Spindler
Das Stuttgarter Geißhirtle (oft auch als Gaishirtle, Geisshirtl, Honigbirne oder historisch als Stuttgarter Russelet bekannt) ist eine der berühmtesten, traditionsreichsten und geschmacklich herausragendsten historischen Sommerbirnensorten im süddeutschen Raum. Sie zeichnet sich durch extrem saftige, süße Früchte mit einem feinen, zimtartigen Aroma aus und wurde völlig zu Recht als Passagier in die „Arche des Geschmacks“ von Slow Food aufgenommen.
Herkunft & Geschichte
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Entdeckung: Die Sorte wurde um das Jahr 1750 als wertvoller Zufallssämling in der Umgebung von Stuttgart von Ziegenhirten (süddeutsch: Geißhirten) entdeckt – daher verdankt sie auch ihren urtümlichen und charmanten Namen.
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Verbreitung & Bedeutung: Sie trat von Württemberg aus einen großen Siegeszug an und wurde im 19. Jahrhundert in zahlreiche pomologische Standardwerke aufgenommen (unter anderem als empfohlene Sorte auf der Versammlung deutscher Pomologen in Trier). Als historisches Kulturgut ist sie heute ein wertvoller Bestandteil traditioneller Streuobstbestände.
Baum & Wuchs
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Wuchsform: Der Baum wächst anfangs kräftig und bildet eine gleichmäßige, spitzpyramidale Krone aus. Im Alter verlangsamt sich der Wuchs, und er bleibt von überschaubarer Größe, weshalb er sich hervorragend als Hochstamm für Streuobstwiesen sowie veredelt auf Quitte als kleinerer Hausbaum eignet.
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Standort & Robustheit: Das Geißhirtle liebt warme Standorte und nährstoffreiche, feuchte Böden, gedeiht aber auch zuverlässig unter schwierigeren Bedingungen in Höhenlagen bis über 500 Meter. Das Holz ist frosthart, und die Blüte erweist sich als sehr unempfindlich gegenüber spätem Frost.
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Blüte & Ertrag: Die frühe Blüte ist lang anhaltend und witterungsunempfindlich. Der Baum liefert nach einem etwas später einsetzenden Ertragsbeginn regelmäßige und sehr hohe Ernten und gilt zudem als exzellenter Pollenspender.
Frucht & Verwendung
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Aussehen: Die eher kleinen Früchte besitzen eine typische, meist bauchige bis leicht kreiselförmige Birnengestalt. Die glatte Schale zeigt eine gelblich-grüne Grundfarbe, die auf der Sonnenseite oft dunkelrot gepunktet oder gefärbt ist und eine feine, bläuliche Bereifung aufweisen kann.
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Geschmack: Das grünlich-weiße Fruchtfleisch ist von butterzarter bis schmelzender Beschaffenheit, extrem saftig und entfaltet ein voll süßes, feines und unverkennbar zimtartig gewürztes Sommeraroma.
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Reife & Verwendung: Die Erntereife beginnt als frühe Sommerbirne ab Mitte August bis Anfang September. Die Früchte sind direkt vom Baum ein Hochgenuss, allerdings nur sehr kurz haltbar (rund eine Woche), weshalb sie zeitnah frisch verzehrt oder traditionell zum Dörren (für Hutzelbrot) sowie zum Einkochen genutzt werden.