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Korbiniansapfel

Unterlage: Bittenfelder Sämling
Virusprüfung: 10 / 090
Lieferant: Baumgartner, Pfarrkirchen
Stammbildner: Maunzenapfel

Anpflanzung am 28. Oktober 1995 von Sebastian Thoma

 


Der Korbiniansapfel (oft auch noch unter seinem ursprünglichen Zucht-Namen KZ-3 bekannt) ist eine historische Winterapfelsorte mit einer der wohl außergewöhnlichsten und bewegendsten Entstehungsgeschichten in der Welt der Pomologie.

Herkunft & Geschichte

  • Die Sorte wurde 1944 unter extremsten Bedingungen mitten im Konzentrationslager Dachau gezüchtet. Der dort inhaftierte katholische Priester und passionierte Obstbauer Korbinian Aigner (oft als „Apfelpfarrer“ bezeichnet) zog aus Apfelkernen heimlich vier neue Kreuzungen heran, die er mit KZ-1 bis KZ-4 nummerierte.

  • Es gelang ihm, die heranwachsenden Sämlinge unter Lebensgefahr aus dem Lager schmuggeln zu lassen. Während die anderen drei Sorten heute als verschollen gelten, überlebte die Sorte KZ-3. Anlässlich des 100. Geburtstages von Korbinian Aigner im Jahr 1985 wurde der Apfel ihm zu Ehren offiziell in „Korbiniansapfel“ umbenannt.

Baum & Wuchs

  • Der Baum wächst von Jugend an sehr kräftig und bildet zügig eine breite, ausladende und kugelige Krone mit starker Verzweigung aus. Er eignet sich dadurch hervorragend als robuster Hoch- oder Halbstamm auf traditionellen Streuobstwiesen.

  • Er gilt als sehr anspruchslos an Boden und Klima, weshalb er auch in raueren oder mittleren Höhenlagen problemlos gedeiht. Das Holz und der Baum an sich sind äußerst widerstandsfähig gegenüber den meisten Krankheiten und Schädlingen (vor allem unempfindlich gegen Mehltau).

  • Nur in sehr warmen, windstillen und geschlossenen Tallagen kann es bei der Sorte gelegentlich zu einem leichten Befall mit Fruchtschorf kommen.

Frucht & Verwendung

  • Aussehen: Die mittelgroßen, rundlichen und leicht abgeflachten Früchte besitzen eine glatte, bei Reife leicht fettige Schale. Die Grundfarbe leuchtet bei Vollreife goldgelb, während die Sonnenseite (bei optimaler Belichtung) kräftig rot geflammt oder gestreift ist. Der kurze Stiel sitzt in einer markant strahlig berosteten Stielgrube.

  • Geschmack: Das grünlich-weiße Fruchtfleisch ist feinzellig, von fester Struktur und herrlich saftig. Geschmacklich besticht der Apfel durch eine intensive, feine Würze und ein besonders harmonisch ausgewogenes Zucker-Säure-Verhältnis.

  • Reife & Lagerung: Als klassischer, robuster Winterapfel erfolgt die Ernte recht spät, etwa ab Mitte bis Ende Oktober. Seine optimale Genussreife entwickelt er erst nach einer Phase der Nachreife ab Dezember. Er ist im kühlen Naturlager extrem gut lagerfähig und behält seinen Geschmack oft problemlos bis in den April oder Mai hinein.

  • Verwendung: Der Korbiniansapfel ist ein vielseitiger Dauergast in der Küche. Er ist ein exzellenter Tafelapfel für den winterlichen Frischverzehr, wird dank seiner Festigkeit und dem tiefen Aroma aber auch als hervorragender Back- und Kochapfel sowie zur Herstellung von feinem, sortenreinem Apfelwein sehr geschätzt.

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