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Jakob Lebel

Unterlage: Bittenfelder Sämling
Virusprüfung: 10 / 205
Lieferant: Renzhofer, Kötz

Anpflanzung am 29. April 1995 von Elysabeth und Thomas Maier

 


Der Jakob Lebel (häufig auch unter seinem französischen Originalnamen Jacques Lebel bekannt) ist ein echter Klassiker unter den historischen Streuobstsorten. Aufgrund seiner enormen Anspruchslosigkeit und seiner Größe ist er ein geradezu ikonischer Herbst- und Wirtschaftsapfel, der das Bild vieler traditioneller Obstwiesen maßgeblich prägt.

Herkunft & Geschichte

  • Die Sorte stammt ursprünglich aus Nordfrankreich. Sie wurde um das Jahr 1825 von dem Gärtner Jacques Lebel in Amiens aus einem Samen gezogen und weiterkultiviert.

  • Im Jahr 1849 wurde der Apfel durch die renommierte Baumschule Leroy in den offiziellen Handel gebracht. Dank seiner Robustheit trat er schnell einen Siegeszug durch ganz Europa an und gehörte in Deutschland ab dem späten 19. Jahrhundert zu den meistgepflanzten Sorten im ländlichen Raum.

  • Wegen seiner herausragenden Bedeutung für die bäuerliche Selbstversorgung und seiner landschaftsprägenden Eigenschaften war er lange Zeit eine der vom Bund deutscher Pomologen am wärmsten empfohlenen Sorten für den landwirtschaftlichen Streuobstanbau.

Baum & Wuchs

  • Der Baum zeichnet sich durch eine enorme Wuchskraft aus. Er wächst anfangs stark in die Höhe, neigt sich aber mit den ersten großen Erträgen und bildet später eine mächtige, extrem breite, stark überhängende und schirmartige Krone. Auf der Streuobstwiese benötigt ein Jakob Lebel daher sehr viel Platz, um sich voll entfalten zu können.

  • Er ist ein sogenannter „triploider“ Apfel (er besitzt einen dreifachen Chromosomensatz). Das bedeutet, er benötigt zwingend andere Apfelsorten in seiner Nähe zur Befruchtung, taugt aber selbst nicht als Pollenspender für andere Bäume.

  • Die Sorte gilt als absolut anspruchslos an Boden und Klima. Das Holz ist extrem frosthart, weshalb der Baum selbst in rauen Lagen, kühlen Senken oder höheren Mittelgebirgslagen noch reiche Erträge liefert. Die mittelfrühe Blüte ist zudem sehr witterungsunempfindlich.

Frucht & Verwendung

  • Aussehen: Die Früchte sind groß bis sehr groß (oft richtige „Pfundäpfel“), formlich meist ausgeprägt flachrund und etwas ungleichmäßig gebaut. Die Schale ist glatt, wird bei zunehmender Reife spürbar fettig und hat eine hell- bis grüngelbe Grundfarbe, die auf der Sonnenseite von karminroten, flächigen Streifen und Sprenkeln überzogen ist.

  • Geschmack: Das gelblich-weiße Fruchtfleisch ist anfangs mittelfest und sehr saftig, wird bei Lagerung jedoch rasch mürbe und weich. Geschmacklich überzeugt der Apfel durch eine erfrischende, weinige Säure, die von einer angenehmen, milden Süße und einer feinen Würze abgerundet wird.

  • Reife & Lagerung: Als typischer Herbstapfel beginnt die Ernte meist ab Mitte bis Ende September. Die Genussreife schließt sich ab Oktober direkt an. Für eine lange Winterlagerung ist er nicht geeignet – er hält sich im Naturkeller maximal bis Ende November oder Dezember, danach wird das weiche Fleisch schnell mehlig und verliert sein Aroma.

  • Verwendung: Der Jakob Lebel ist ein exzellenter und vielseitiger Wirtschaftsapfel. Er zerfällt beim Kochen sehr leicht und ist daher die perfekte Wahl für zartes, aromatisches Apfelmus. Auch als klassischer Bratapfel ist er unübertroffen. Für den frischen Tafelverzehr sollte er rasch nach der Ernte gegessen werden; zudem liefert er einen hervorragenden, säuerlich-erfrischenden Apfelsaft.

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