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Neuer Berner Rosenapfel

Unterlage: Bittenfelder Sämling
Virusprüfung: 13 / 071
Lieferant: Scheerer, Albeck

Anpflanzung am 28. Oktober 1995 von Thekla Maß †

Übernahme am 25. Januar 2005 durch Otto Maß

 


Der Neuer Berner Rosenapfel (meist einfach als Berner Rosenapfel oder französisch als Pomme Rose de Berne bezeichnet) ist eine überaus beliebte, traditionelle Apfelsorte. Er besticht durch sein außergewöhnliches, himbeerartiges Aroma und seine wunderschöne, leuchtend dunkelrote Färbung, die schon baumfrisch an kräftige Rosenblüten erinnert.

Herkunft & Geschichte

  • Die Sorte stammt aus der Schweiz. Sie wurde um das Jahr 1870 von F. Baumann und dem Baumschuler Adolf Daepp als reiner Zufallssämling in einem Wald in Oppligen (Kanton Bern) entdeckt. Man geht heute davon aus, dass es sich um eine natürliche Kreuzung aus Roter Winter-Calvill und dem Sauergrauech handelt.

  • Adolf Daepp erkannte schnell das enorme Potenzial dieses Sämlings. Nachdem der erste Mutterbaum 1888 Früchte trug, veredelte Daepp die Pflanze und brachte sie kurz darauf unter dem Namen „Neuer Berner Rosen Apfel“ auf den Markt. Bis heute ist sie eine der beliebtesten Sorten in der Schweiz und im süddeutschen Raum.

Baum & Wuchs

  • In der Jugend zeichnet sich der Baum durch einen sehr kräftigen Wuchs aus, der sich mit Einsetzen des Ertrags jedoch spürbar verlangsamt. Er bildet eine aufrechte, hochgewölbte Krone. Da die Verzweigung im Alter oft recht sparrig wird, benötigt der Baum einen regelmäßigen Verjüngungsschnitt, um einer vorzeitigen Vergreisung vorzubeugen.

  • Die Blütezeit ist mittelfrüh, hält recht lange an und die rosaweißen Blüten sind ein wunderschöner Blickfang. Der Baum setzt früh mit dem Ertrag ein und trägt dann regelmäßig und hoch.

  • An den Standort stellt die Sorte jedoch gewisse Ansprüche: In geschlossenen, tiefen und warmen Tallagen ist der Berner Rosenapfel anfällig für Apfelschorf und Mehltau. Er gedeiht und fruchtet am besten in etwas höheren, luftigen Lagen auf ausreichend feuchten und nährstoffreichen Böden.

Frucht & Verwendung

  • Aussehen: Die mittelgroßen, oftmals etwas unregelmäßig geformten Äpfel sind eine echte Augenweide. Die grünlich-gelbe Grundfarbe wird fast vollständig von einer verwaschenen, leuchtenden bis dunkelroten Deckfarbe überzogen. Charakteristisch sind die hellen, leicht vertieft wirkenden Schalenpunkte (Lentizellen) sowie eine auffällige, lilafarbene Bereifung (ein feiner Hauch auf der Schale), wenn der Apfel frisch am Baum hängt.

  • Geschmack: Das saftige Fruchtfleisch ist grünlich- bis gelblich-weiß und weist eine echte Besonderheit auf: Es ist direkt unter der Schale und rund um das Kernhaus oft zart rosa bis rötlich gefärbt. Geschmacklich ist der Apfel angenehm süß-weinsäuerlich und besitzt ein markantes, kräftiges und blumiges „Himbeer-Gewürz“.

  • Reife & Lagerung: Als typischer Herbst- bis früher Winterapfel wird er meist ab Mitte bis Ende September geerntet. Er kann direkt baumfrisch genossen werden, hält sich im kühlen Naturlager aber problemlos bis Dezember oder Januar, bei Früchten aus höheren Lagen sogar noch etwas länger.

  • Verwendung: Der Neue Berner Rosenapfel ist aufgrund seiner Optik und seines herausragenden Geschmacks in allererster Linie ein exzellenter Tafelapfel für den Direktverzehr. Er liefert aber auch einen aromatischen, sehr hochwertigen Saft für Süßmost.

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