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Welschisner

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Lieferant: Kutter, Memmingen

Anpflanzung am 28. Oktober 1995 von Kathrin Klauer

Nachpflanzung am 09. November 1996

 


Der Welschisner (oft auch als Großer Welschisner, Welser oder Steirischer Welschisner bekannt) ist eine historisch ungemein bedeutsame und äußerst robuste Winterapfelsorte. Als klassischer Dauer- und Wirtschaftsapfel sicherte er der ländlichen Bevölkerung über Jahrhunderte hinweg die Obstversorgung bis weit in das späte Frühjahr hinein und ist bis heute ein imposanter Anblick auf alten Streuobstwiesen.

Herkunft & Geschichte

  • Die genauen Ursprünge der Sorte reichen sehr weit zurück, vermutlich bis in das 16. Jahrhundert. Sie stammt aus Österreich – der Name lässt eine Herkunft aus der Region um die Stadt Wels in Oberösterreich vermuten, wenngleich sie später auch in der Steiermark extrem stark verbreitet war.

  • Aufgrund seiner enormen Ertragskraft, Robustheit und der schier unglaublichen Lagerfähigkeit der Früchte verbreitete sich der Welschisner rasch über ganz Österreich, die Schweiz und vor allem den süddeutschen Raum, wo er lange Zeit zu den wichtigsten Wirtschaftssorten überhaupt zählte.

Baum & Wuchs

  • Der Baum ist ein echtes Wuchswunder: Er wächst in der Jugend extrem stark und bildet später eine gewaltige, breit ausladende, hochkugelige bis fast schirmartige Krone aus. Auf der Streuobstwiese benötigt ein Welschisner-Hochstamm enorm viel Platz, prägt das Landschaftsbild dafür aber auf Jahrzehnte.

  • Die Sorte gilt als beispiellos anspruchslos, kerngesund und stark frosthart im Holz. Sie gedeiht selbst auf kargen Böden und trotzt auch rauen Winden und kalten Höhenlagen (bis über 800 Meter) mühelos.

  • Die mittelspäte bis späte Blüte ist sehr widerstandsfähig gegen Frühjahrsfröste. Der Baum liefert, wenn er erst einmal im Ertragsalter ist (was bei dieser Sorte ein paar Jahre dauern kann), überaus reiche, wenn auch oft alternierende (jährlich schwankende) Ernten.

Frucht & Verwendung

  • Aussehen: Die Früchte sind groß bis sehr groß, meist flachkugelig und weisen oft leicht unregelmäßige Kanten oder flache Rippen auf. Die glatte, dicke Schale ist anfangs grasgrün und hellt bei Vollreife in ein kräftiges Grüngelb bis Zitronengelb auf. Die Sonnenseite ist gelegentlich von einem zarten, braunroten bis verwaschen karminroten Hauch überzogen.

  • Geschmack: Das gelblich-weiße Fruchtfleisch ist anfangs sehr derb, fest und mäßig saftig. Geschmacklich dominiert eine sehr kräftige, erfrischende Säure mit nur wenig Zucker. Im Laufe einer langen Lagerung wird das Fleisch mürber und der Geschmack milder.

  • Reife & Lagerung: Als extremer Spätwinterapfel wird der Welschisner sehr spät, meist erst Ende Oktober oder Anfang November, geerntet – er hängt ohnehin extrem sturmfest am Baum. Die Früchte benötigen zwingend eine lange Nachreife im Naturlager: Die Genussreife beginnt frühestens im Januar. Bei kühler Lagerung halten sich die Äpfel problemlos und schrumpffrei bis Mai oder sogar Juni des Folgejahres.

  • Verwendung: Der Welschisner ist ein Wirtschaftsapfel der Spitzenklasse. Er ist unübertroffen als Koch-, Back- und Dörrapfel, da seine Fruchtstücke wunderbar formstabil bleiben. Zudem liefert er einen säurereichen, exzellenten Most. Erst im sehr späten Frühjahr, wenn die Säure abgebaut ist und alle anderen Sorten längst verbraucht sind, wird er auch als erfrischender Tafelapfel gegessen.

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