Menü

Schlesischer Lehmapfel

Unterlage: Bittenfelder Sämling
Virusprüfung: 10 / 090
Lieferant: Baumgartner, Pfarrkirchen
Stammbildner: Maunzenapfel

Anpflanzung am 27. Oktober 1995 von Hans Höchsmann

 


Der Schlesische Lehmapfel (in historischen Aufzeichnungen manchmal auch mit dem Welschweinling assoziiert oder verwechselt) ist eine sehr alte, überaus robuste schlesische Apfelsorte. Er gilt als hervorragender, anspruchsloser Wirtschafts- und Dauer-Tafelapfel, der aufgrund seiner hohen Krankheitsresistenz und Vitalität besonders zur Pflanzung auf traditionellen Streuobstwiesen geschätzt wird.

Herkunft & Geschichte

  • Die genauen Ursprünge dieser alten Apfelsorte sind heute unbekannt. Erste schriftliche Erwähnungen eines „Lehmapfels“ in Schlesien (heute überwiegend in Polen gelegen) gehen auf die Mitte des 19. Jahrhunderts (um 1848) zurück, eine ausführlichere pomologische Beschreibung folgte erst später zu Beginn des 20. Jahrhunderts.

  • In Schlesien und den angrenzenden ostdeutschen Gebieten war die Sorte früher sehr weit verbreitet. Sie war ein elementarer Bestandteil der bäuerlichen Selbstversorgung, da sie reiche Ernten und gut lagerfähiges Obst für die späten Wintermonate garantierte.

Baum & Wuchs

  • Der Baum entwickelt einen kräftigen, robusten Wuchs und bildet eine stabile Krone aus. Er gilt generell als äußerst widerstandsfähig gegen typische Krankheiten und Schädlinge im Obstbau, was ihn zu einem sehr pflegeleichten Kandidaten für den extensiven Streuobstanbau macht.

  • An den Standort stellt die Sorte jedoch einige spezifische, aber gut erfüllbare Ansprüche: Der Baum bevorzugt tiefgründige, nahrhafte „gute“ Apfelböden und profitiert deutlich von einer etwas höheren Luftfeuchtigkeit. Unter diesen Bedingungen gedeiht er auch in mittleren Höhenlagen völlig problemlos und liefert zuverlässige Erträge.

Frucht & Verwendung

  • Aussehen: Die mittelgroßen Früchte sind in ihrer Form meist eher flachrund gebaut. Die glatte Schale zeigt als Grundfarbe ein schönes, kräftiges Gelb, das auf der Sonnenseite von einer schwachen, leicht rötlichen Färbung oder einem zarten Hauch überzogen ist.

  • Geschmack: Das Fruchtfleisch ist mittelfest und angenehm saftig. Geschmacklich überzeugt der Schlesische Lehmapfel durch ein sehr ausgewogenes, lieblich süß-säuerliches Aroma.

  • Reife & Lagerung: Als klassischer, spät reifender Winterapfel beginnt die Ernte meist erst im Oktober. Die Früchte benötigen nach der Ernte zwingend eine Nachreife: Ihre optimale Genussreife erstreckt sich erst von Januar bis etwa März oder April. Im kühlen, nicht zu trockenen Naturlager hält er sich problemlos bis zu vier Monate und länger.

  • Verwendung: Der Schlesische Lehmapfel ist enorm vielseitig. Er ist ein sehr hochwertiger Wirtschaftsapfel für die Küche, zum Backen und für die Saftgewinnung. Nach einer ausreichenden Zeit im Winterlager wird er durch seinen süß-säuerlichen Charakter aber auch sehr gerne frisch als aromatischer Tafelapfel verzehrt.

Unser Erbe pflegen